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Kostenlose Weiterbildung über das Arbeitsamt

Was du mitbringst: Dokumente für das Vermittler-Gespräch

· 7 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Aktenmappe mit verschiedenen Dokumenten, darunter Lebenslauf und Zeugnisse

Für das Vermittler-Gespräch brauchst du sechs Grundunterlagen und je nach Situation zwei bis drei Zusätze. Alles in eine Mappe, doppelt ausgedruckt, chronologisch sortiert. Das dauert 30 Minuten und erspart dir spätere Nachreichungen.

Wer ohne Unterlagen kommt, bekommt trotzdem ein Gespräch. Aber die wichtigen Weichen werden erst gestellt, wenn die Mappe auf dem Tisch liegt.

Die sechs Pflichtunterlagen

1. Personalausweis oder Reisepass

Gültig, nicht abgelaufen. Manchmal wird auch nach einer Meldebestätigung gefragt, wenn du kürzlich umgezogen bist.

2. Sozialversicherungsausweis

Die elfstellige Rentenversicherungsnummer. Du findest sie auf dem Sozialversicherungsausweis oder auf jeder Lohnabrechnung deines letzten Arbeitgebers.

3. Steuer-Identifikationsnummer

Elfstellig, einmalig vergeben. Steht im Einkommensteuerbescheid oder auf dem Lohnausdruck. Relevant für die Auszahlung von Arbeitslosengeld.

4. Letzter Arbeitsvertrag und Kündigung

Beides im Original oder als Kopie. Die Kündigung braucht der Vermittler, um das Ende des Arbeitsverhältnisses zu dokumentieren. Bei Aufhebungsvertrag: genauso, mit Zusatzdokument.

5. Arbeitsbescheinigung vom ehemaligen Arbeitgeber

Dein Arbeitgeber sendet diese normalerweise direkt an die Agentur für Arbeit. Wenn nicht, kannst du sie mitbringen. Sie enthält Beschäftigungszeiten, Entgelt, Kündigungsart.

6. Lebenslauf

Aktuell, tabellarisch, maximal zwei Seiten. Der Vermittler nutzt ihn als Gesprächsgrundlage. Er ersetzt nicht die digitale Version im Jobbörse-Portal{target=“_blank” rel=“noopener”}, ist aber im Gespräch handlicher.

Die Zusatzunterlagen (je nach Situation)

Zeugnisse

  • Schulzeugnisse (letztes Zeugnis reicht oft)
  • Ausbildungszeugnis
  • Hochschulzeugnis
  • Arbeitszeugnisse der letzten Arbeitgeber
  • Fortbildungszertifikate (Sprachkurs, IT-Schein, Führerschein)

Wenn du eine Weiterbildung beantragen willst, prüfe, ob dein Zielkurs bestimmte Zugangsvoraussetzungen hat. Manche Bildungsträger verlangen Fachhochschulreife, andere nicht. Zeugnisse, die die Zugangsvoraussetzungen belegen, solltest du dabei haben.

Nachweise zur Lebenssituation

  • Schwerbehindertenausweis
  • Attest bei längerer Krankheit
  • Nachweis zur Kinderbetreuung (Kita-Bescheinigung, Schulbescheinigung)
  • Bescheinigung zu pflegebedürftigen Angehörigen

Solche Nachweise sind nicht Pflicht, aber hilfreich. Wer Betreuungspflichten hat, bekommt bei entsprechendem Nachweis erweiterte Flexibilität bei Stellenangeboten und Weiterbildungen.

Unterlagen zur Wunsch-Weiterbildung

Wenn du schon eine konkrete Maßnahme anvisiert hast:

  • Ausdruck der Kursbeschreibung
  • AZAV-Zertifikat des Trägers (als PDF auf der Trägerwebsite zu finden)
  • Kostenübersicht der Maßnahme
  • Starttermine der nächsten Kohorten

Das kannst du in Phase drei des Gesprächs einbringen, wenn es um konkrete nächste Schritte geht. Mehr zur Phasenstruktur im Artikel über den Ablauf des ersten Vermittler-Gesprächs.

Kontoverbindung

IBAN und Kontoauszug. Wird für die Auszahlung von Arbeitslosengeld gebraucht. Manchmal wird das schon bei der Online-Meldung abgefragt, manchmal erst im Gespräch.

Wie du die Mappe organisierst

Die beste Mappe ist nicht die schönste, sondern die, die beide Seiten schnell finden lässt.

Einmal in dieser Reihenfolge sortieren:

  1. Oben: Personalausweis-Kopie, Sozialversicherungsnummer, Steuer-ID (als Zettel mit Grunddaten)
  2. Mittig: Lebenslauf
  3. Danach: Kündigung, letzter Arbeitsvertrag, Arbeitszeugnisse
  4. Zeugnisse chronologisch (aktuell zuerst)
  5. Zusatzunterlagen nach Relevanz

Kein Heftbinder mit 15 Registern. Eine einfache Klarsichtmappe reicht. Alles auf Papier, nicht nur auf dem Handy. Der Vermittler kann am Bildschirm nicht mitlesen, was auf deinem Smartphone ist.

Was du nicht mitbringen musst

  • Keine Belobigungsschreiben privater Art
  • Keine Urkunden über Hobby-Erfolge (Fußballverein, Chor, Ehrenamt)
  • Keine Empfehlungsschreiben, es sei denn, sie beziehen sich auf die Wunschberufung
  • Keine Geburtsurkunden, Heiratsurkunden, Scheidungsurteile (außer bei bestimmten Fragen zu Familienstand und Unterhalt)

Ehrenamt kannst du im Lebenslauf erwähnen, wenn es beruflich relevant ist. Zum Beispiel: ehrenamtliche IT-Hilfe im Seniorenzentrum ist ein Pluspunkt, wenn du IT-Weiterbildung anstrebst.

Doppelt drucken

Eine Mappe bleibt bei dir. Die Kopien legst du dem Vermittler hin, wenn er sie einfordert. Originale gibst du nur im Ausnahmefall heraus und bestehst auf einer Eingangsbestätigung.

Was ich in der Beratungspraxis immer wieder sehe: Menschen geben ihre einzigen Originalzeugnisse aus der Hand und bekommen sie nicht zurück. Monate später müssen sie Ersatzbescheinigungen bei ehemaligen Arbeitgebern anfordern. Das kostet Nerven und Zeit.

Digital oder Papier?

Beides parallel. Die Agentur für Arbeit arbeitet digital, nimmt aber Papier entgegen. Im Gespräch ist Papier schneller: du kannst ein Dokument zeigen, ohne dein Handy entsperren zu müssen.

Lade alle Unterlagen zusätzlich ins Kundenportal hoch, wenn das System es erlaubt. Das beschleunigt spätere Prozesse, zum Beispiel bei der Antragstellung für Bildungsgutschein.

Was passiert mit deinen Unterlagen

Die Agentur speichert deine Daten nach den Regeln der DSGVO{target=“_blank” rel=“noopener”} und den sozialgesetzlichen Bestimmungen. Die Löschfristen variieren je nach Dokumententyp, in der Regel zehn Jahre nach Ende des Leistungsbezugs.

Wenn du später einen Widerspruch einlegen willst, haben deine Unterlagen dort einen wichtigen Zweck: sie sind Bestandteil der Akte. Je sauberer die Aktenlage, desto leichter hat es ein späterer Entscheider.

FAQ

Was, wenn ich ein wichtiges Zeugnis verloren habe?

Bitte den ehemaligen Arbeitgeber um eine Ersatzbescheinigung. Das ist gesetzlich möglich, dauert aber oft drei bis sechs Wochen. Melde das im Erstgespräch und reiche später nach.

Muss ich meine Bankdaten offenlegen?

Für die Auszahlung von Arbeitslosengeld: ja. Die IBAN genügt, den kompletten Kontoauszug nicht. Bei Vermögensprüfung (nur Bürgergeld, SGB II) gelten andere Regeln.

Was passiert mit meinen Unterlagen nach dem Gespräch?

Sie wandern in deine Akte bei der Agentur für Arbeit. Gespeichert nach DSGVO-Vorgaben und sozialrechtlichen Fristen. Du hast jederzeit Auskunftsrecht.

Muss ich bereits einen Weiterbildungsträger gewählt haben?

Nein. Das Erstgespräch ist früh. Wenn du schon einen konkreten Träger im Kopf hast, bring Kursbeschreibung und AZAV-Nachweis mit. Das beschleunigt spätere Schritte.

Gibt es eine offizielle Checkliste?

Ja. Die Agentur für Arbeit verschickt mit der Termineinladung in der Regel ein Info-Blatt. Schau auch auf arbeitsagentur.de{target=“_blank” rel=“noopener”} unter “Arbeitslos melden”.

Zuletzt geprüft am 21.04.2026 von Dr. Jens Aichinger.

Der AfA-Gesprächsleitfaden als PDF Eine 2-seitige Checkliste für dein Vermittler-Gespräch: was du sagst, was du mitbringst, was du vermeidest. Kostenlos herunterladen

Wenn du lieber direkt sprechen willst: 10 Minuten mit Jens

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