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Kostenlose Weiterbildung über das Arbeitsamt

Frauen-Förderung bei der AfA: Programme im Überblick

· 7 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Eine Frau arbeitet an einem Laptop am Küchentisch, eine Kaffeetasse steht daneben, Morgenlicht

Die Agentur für Arbeit hat mehrere Instrumente, die Frauen gezielt unterstützen. Formal heißen sie nicht “Frauenförderung” im engeren Sinne, sondern sind als Bausteine im SGB III verankert und oft über die “Berufsrückkehrende” oder “Alleinerziehende” adressiert. In der Praxis laufen viele Förderwege über die Gleichstellungsbeauftragten oder spezialisierte Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA). Wer weiß, wo die Hebel liegen, bekommt deutlich mehr Unterstützung.

Ich beschreibe hier die wichtigsten Förderwege, die Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen nutzen können. Keine Garantie auf Bewilligung, aber einen Überblick über das, was tatsächlich beantragbar ist.

Welche Rolle hat die BCA?

BCA steht für “Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt”. Jede größere Agentur für Arbeit hat eine solche Stelle. Die BCA ist nicht dein Vermittler, sondern eine zusätzliche Beratungsinstanz, die dich speziell zu frauenrelevanten Förderwegen berät.

Du kannst die BCA über die Agentur anfragen, oder du findest die Kontaktdaten auf der Website deiner örtlichen Arbeitsagentur{target=“_blank” rel=“noopener”}. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und unabhängig von deinem Vermittler. In vielen Fällen lohnt sich ein BCA-Termin vor dem regulären Vermittler-Gespräch, weil die BCA gezielt auf Lebenssituationen wie Wiedereinstieg, Alleinerziehung oder Teilzeit eingeht.

Die BCA hat kein Budget und keine direkte Entscheidungsgewalt über deinen Bildungsgutschein. Aber sie kann Argumente für deinen Antrag aufbereiten, Förderwege kombinieren und Kontakt zu Netzwerken herstellen. In meiner Erfahrung hilft ein BCA-Gespräch vor allem dann, wenn die Standardberatung bisher nicht weitergebracht hat.

Welche Programme gibt es speziell für Frauen?

Berufsrückkehrende

Wer nach einer Familienphase wieder in den Beruf einsteigen will, gilt als “berufsrückkehrend” im Sinne des § 20 SGB III. Das ist keine Leistung an sich, sondern ein Status, der bestimmte Zugänge öffnet. Berufsrückkehrende haben Vorrang bei bestimmten Weiterbildungen und bei Eignungsfeststellungen.

Zielgruppe sind Menschen (meist Frauen), die mindestens ein Jahr aus familiären Gründen nicht erwerbstätig waren und wieder einsteigen wollen. Altersgrenze ist das Pensionsalter. Du musst nicht zwingend arbeitslos gemeldet sein, aber als berufsrückkehrend anerkannt werden.

Der praktische Nutzen: Du kommst schneller in Weiterbildungsmaßnahmen rein, weil du bevorzugt behandelt wirst. Und du hast leichter Zugang zum Eingliederungszuschuss für deinen zukünftigen Arbeitgeber, was Bewerbungen stärkt.

Alleinerziehenden-Förderung

Alleinerziehende haben über das SGB II (Bürgergeld) Anspruch auf einen Mehrbedarf nach § 21 SGB II in Höhe von 12 bis 60 Prozent des Regelbedarfs. Die genaue Höhe hängt von Alter und Anzahl der Kinder ab. Das ist eine automatische Leistung bei Bürgergeld-Bezug, kein separater Antrag nötig.

Wer ALG I bezieht, kann über § 16 SGB II zusätzliche Leistungen beantragen, wenn das Einkommen nicht reicht. Dazu gehören Mehrbedarfe für Alleinerziehende, Kita-Zuschüsse, Kinderbetreuungskosten während Weiterbildung.

Zusätzlich gibt es spezielle Teilzeit-Weiterbildungen, die für Alleinerziehende konzipiert sind. Die Agentur hat Teilzeit-Bildungsgutscheine, mit denen du beispielsweise vormittags Kurse besuchen kannst, während die Kinder in der Kita sind. Mehr dazu im Artikel über das Vermittler-Gespräch als Alleinerziehende.

Teilzeit-Weiterbildungen

Teilzeit-Angebote sind ein wichtiger Baustein für Frauen in Care-Arbeit. Die Agentur fördert Weiterbildungen mit weniger als 36 Stunden pro Woche, wenn eine Vollzeit-Teilnahme aus familiären Gründen nicht möglich ist.

Die Bildungsträger müssen entsprechende Formate anbieten. Bei uns im Digitalisierungsmanager bieten wir derzeit Vollzeit-Formate an, die aber flexibel über Aufzeichnungen und eigenes Tempo gestaltbar sind. Teilzeit-Weiterbildungen findest du im Kursnet der Agentur für Arbeit, mit einem Filter nach Umfang.

Wiedereinstieg nach längerer Erwerbspause

Wer fünf Jahre oder länger nicht im Beruf war, hat oft formal kein aktuelles Profil mehr. Die Agentur bietet dafür gezielte Wiedereinsteigerinnen-Coachings, Eignungstests und Profiling-Gespräche, die auf diese Gruppe zugeschnitten sind.

Das ist keine Pflichtveranstaltung, sondern ein freiwilliges Angebot, das du beim Vermittler ansprechen kannst. Auch AVGS-Gutscheine (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein) können eingesetzt werden, um ein passendes Coaching zu finanzieren.

Welche Landesprogramme gibt es zusätzlich?

Bundesländer haben teilweise eigene Programme, die Frauen adressieren. Die Liste ist unvollständig, zeigt aber typische Muster:

  • Bayern: “Wiedereinstiegsberatung” über das Bayerische Landesamt für Arbeit
  • Nordrhein-Westfalen: “Neue Perspektiven für Frauen” mit Coaching und Weiterbildung
  • Berlin: “Frauennetzwerke” mit Coaching-Angeboten
  • Hessen: “FrauenKompetenzZentren”
  • Baden-Württemberg: “Kontaktstellen Frau und Beruf”

Diese Landesprogramme sind unabhängig von der Agentur und laufen über Landesministerien oder regionale Träger. Sie ergänzen die bundesweite Förderung und können kombiniert werden. Die BCA oder eine Arbeitslosenberatungsstelle kann dir sagen, welche Programme in deinem Bundesland aktiv sind.

Was passt zur Weiterbildung im KI-Bereich?

Die Berufsrückkehrenden-Förderung und die Teilzeit-Weiterbildung sind zwei Hebel, die bei einer Weiterbildung wie dem Digitalisierungsmanager besonders wirken. Die Zielgruppe ist breit aufgestellt: Wer aus dem Büro, der Verwaltung, dem Einzelhandel kommt und nach einer Familienphase wieder einsteigt, findet im Digitalisierungsbereich gute Einstiegsbedingungen.

Einstiegsgehälter liegen bei 50.000 bis 65.000 Euro brutto pro Jahr, die Branche wächst stark und viele Unternehmen suchen gezielt nach Quereinsteigern. Vorkenntnisse in Programmierung sind nicht nötig. Das ist der Punkt, an dem eine gezielte Qualifizierung sichtbar wirkt.

Wer prüfen will, ob das inhaltlich passt, kann kostenlos reinschnuppern (5 Lektionen + Live-Demo), bevor überhaupt ein Antrag gestellt wird. So wirkt das Vermittler-Gespräch als Wiedereinsteigerin dann konkret, nicht abstrakt.

Was du mit der BCA besprechen solltest

Drei Themen lohnen sich in der Regel.

Erstens: Eignungsfeststellung. Was passt fachlich zu dir, was wäre realistisch, was ist am Arbeitsmarkt gefragt? Die BCA hat oft Zugang zu spezifischen Eignungstests, die über den Standard hinausgehen.

Zweitens: Kombinationen von Förderungen. Wie lassen sich Bildungsgutschein, Kinderbetreuungskosten, Mehrbedarf, Landesprogramme kombinieren? Die BCA kennt typische Kombinationen, der reguläre Vermittler nicht immer.

Drittens: Netzwerk. Die BCA hat Kontakte zu regionalen Frauennetzwerken, Mentoring-Programmen, Unternehmen, die gezielt Frauen einstellen wollen. Das ist nicht in jedem Fall relevant, aber gerade beim Wiedereinstieg nach langer Pause oft sehr wertvoll.

FAQ

Gibt es für Frauen einen höheren Bildungsgutschein?

Nein. Der Bildungsgutschein hat einheitliche Voraussetzungen für alle. Aber Frauen in bestimmten Lebensphasen (Berufsrückkehr, Alleinerziehung) haben leichteren Zugang zur Bewilligung, weil ihr Förderbedarf strukturell höher ist.

Ist die BCA die gleiche Person wie die Gleichstellungsbeauftragte?

Nein. Die BCA ist in der Agentur angesiedelt und berät zu Arbeitsmarktthemen. Die Gleichstellungsbeauftragte ist intern und kümmert sich um die Beschäftigten der Agentur. Beide Rollen sind getrennt.

Kann ich auch als Mann Förderung für Berufsrückkehrende bekommen?

Ja. Der Status “berufsrückkehrend” ist geschlechtsneutral formuliert. In der Praxis sind es mehrheitlich Frauen, aber Männer in ähnlicher Situation bekommen dieselben Leistungen.

Gibt es Frauenquoten bei der Kursvergabe?

Nicht im engeren Sinne. Die Agentur steuert jedoch bestimmte Maßnahmen so, dass Frauen mindestens proportional zu ihrem Anteil an den Arbeitssuchenden teilnehmen. Das ist eine interne Zielvorgabe, kein externer Rechtsanspruch.

Was passiert, wenn der Vermittler die Berufsrückkehr nicht anerkennt?

Dann kannst du widersprechen. Und du kannst über die BCA eine zweite Einschätzung einholen. Die Anerkennung “berufsrückkehrend” ist an klare Kriterien gebunden (mindestens ein Jahr nicht erwerbstätig, familiäre Gründe), und bei Erfüllung steht dir der Status zu.

Zuletzt geprüft am 22. April 2026 von Dr. Jens Aichinger.

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Wenn du prüfen willst, ob ein KI-Quereinstieg trotz Familienphase realistisch ist: kostenlos reinschnuppern

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